Graffiti lernen Schritt für Schritt

Graffiti lernen – Graffiti Tag was ist das eigentlich

Ein Graffiti Tag [sprich teck] bezeichnet zwei verschiedene Sachverhalte. Zum einen steht der Begriff Tag für den Namen eines Sprühers im Allgemeinen und zum anderen für die an Wänden angebrachte Form dieses Namens. Es wird also nicht wie in der „normalen“ Welt nach Name und Unterschrift unterschieden. Tag ist Tag. Das angebrachte Graffiti Tag ist die eigentliche Urform des modernen Graffiti und ist nicht wie oft fälschlicherweise behauptet ein NamensKÜRZEL sondern der eigentliche Name selbst. Lediglich bei den Tags einer Sprühergruppe (Crew oder Posse genannt) handelt es sich um – meist nur gruppenintern bekannten – Abkürzungen. (z.B. UGA – Unser Gemeinsames Abenteuer, KDG – Krank Durch Graffiti etc.) Das Graffiti Tag eines Sprühers hat meistens keine nach außen erkennbare Bedeutung und entstammt nur selten einer bestimmten Sprache. Jede Kombination von Buchstaben und Zahlen ist im Tag „erlaubt“ wobei meist auf kurze Namen zurückgegriffen wird. Das Tag wird wie bei einer normalen Unterschrift stark verschnörkelt und unterscheidet sich von dieser nur durch seine Größe, die Orte und die Technik durch die es angebracht wird. Das Tag gilt als schnellste Form der Graffiti (da diese meist illegal angebracht werden ein wichtiger Punkt) und wird, um das zu erreichen, oft in einem Strich durchgezogen. Solche durchgezogenen Graffiti Tags werden (wie auch Throw Ups mit dieser Eigenschaft) im allgemeinen „Oneliner“ genannt. Tags werden meistens mit speziellen Eddings (bis zu 7cm breit), Schuhcreme oder Sprühlacken angebracht. Seit einigen Jahren werden Tags auch mit stupfen Gegenständen wie Steinen in Glasscheiben oder andere Oberflächen geritzt, da diese nicht mehr durch eine Reinigung sondern nur durch ein komplettes Austauschen der Oberflächen entfernt werden können. Diese gekratzten Graffiti werden Scratching genannt.
Das Tag ist der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Graffiti, weil jede andere der nachfolgenden Formen meistens lediglich eine ausgefeiltere und größere Ausarbeitung des eigentlichen Sprühernamens – des Tags – darstellt.

Graffiti Buchstaben – Was ist ein Throw Up

Übersetzt steht Throw Up für „das Raufgeworfene“ und genauso wird diese Art von Graffiti angebracht: In möglichst kurzer Zeit soll das Graffiti-Tag (hier also der Name) in möglichst auffälliger und deswegen großer Form irgendwo angebracht werden. Aus diesem Grund wird beim Throw Up auf ein sauberes Fill In („Füllung“ der Buchstaben) verzichtet und meist nur mit einer dicken Outline (Konturlinie) das eigentliche Wort/Tag grob skizziert. Auch hier gibt es sogenannte Oneliner (siehe Tag).

Graffiti Buchstaben – Was ist ein Block Buster

Gegenüber dem Graffiti Tag zeichnet sich ein Block Buster durch große, eckige, „blockige“ Buchstaben aus, die im allgemeinen gut zu lesen sind. Block Buster finden aufgrund ihrer Einfachheit eine breite Anwendung bei den Bombings.

Graffiti Buchstaben – Was ist ein Bubble Style

Die wohl bekanntesten Graffiti Buchstaben im Bubble Style sind im Gegensatz zum Block Buster rund, ballonförmig oder „bubble“-ig und werden häufig für die unsauberen Throw Ups verwendet. Diese Buchstaben im Graffiti kann man sich im Allgemeinen als aufgeblasene Luftballons in speziellen Formen vorstellen.
Zwischen den eben genannten Stilrichtungen und den nachfolgenden liegen viele Stufen die oft nach Vorreitern des speziellen Stils benannt werden. Eine Auflistung dieser „typischen“ Stile scheint im Rahmen dieser kurzen Einführung als zu aufwendig und außerdem können diese meist nur durch geübte Augen auseinander gehalten werden.

Graffiti Buchstaben – Was ist ein Semi-Wildstyle

Dieser Stil lässt sich eigentlich nur durch die Kenntnis echter Wildstyles erklären – eben als halbe Wildstyles. Fängt man von vorne an, so müsste man sagen, dass diese Graffiti Buchstaben nicht mehr auf den ersten Blick ersichtlich sind und der absolute Laie bereits jetzt schon Schwierigkeiten haben wird, auch nur einen einzigen Buchstaben selbst bei genauerem Studium des Bildes zu erkennen. Hat man allerdings einen Buchstaben entdeckt, so ist es meist sehr leicht, die restlichen zu finden und man wird erstaunt feststellen, auf welch „einfache“ Art und Weise die Graffiti Buchstaben entstellt wurden. Zum größten Teil halten sich diese noch sehr stark an ihre lateinischen Vorfahren und es wurden lediglich sämtliche Größenverhältnisse überarbeitet. Außerdem sind erste zusätzliche Stilelemente zu finden, die keinem Buchstaben zugeordnet werden können.

Graffiti Buchstaben – Was ist ein Wildstyle

Die Fortsetzung der eben genannten Verschnörkelung durch zusätzliche Stilelemente führt zum Wildstyle. Dabei werden Striche/Balken zum Beispiel doppelt geführt – nehmen wir ein „N“ so könnte daraus ein „IN“ entstehen. Diese Fortsetzungen aber auch die Striche eines Buchstabens werden „unnatürlich“ über die Grenzen des normalen Buchstaben hinaus verlängert und verschmelzen mit Teilen anderer Buchstaben. Pfeile werden an die Buchstaben gehängt, laufen parallel zu „relevanten“ Buchstabenteilen, verwirren und kreuzen durch das ganze Bild. Die Buchstaben sich also nicht mehr eindeutig von den Stilelementen trennen und führen somit zur Unlesbarkeit für den Ungeübten und zu einer gewissen Wildheit die diesem Stil seinen Namen gibt.

Graffiti Buchstaben – Was ist ein 3D-Style

Eigentlich ziemlich leicht zu erklären: Alle Wörter/Styles die absichtlich dreidimensional wirken und dies nicht nur mit Hilfe von einfachen 3D-Blöcken schaffen, die den Buchstaben auf einfachste weise eine Tiefe verleihen, werden 3D-Styles genannt. Auch diese Styles können in den bereits oben genannte „Verschnörkelungsstufen“ auftreten, werden allerdings nicht explizit danach unterschieden. Je nach dem sind diese Buchstaben leicht bis schwer zu lesen. Die räumliche Tiefe, sowie imaginäre Lichtquellen werden bei diesem Stil als weitere Stilmittel aufgefasst und es wird zum größten Teil versucht, „reale“ dreidimensionale Buchstabenkonstruktionen zu schaffen.

Was ist ein Character

Etwas ganz eigenes und doch mit den gesprühten Worten verwoben: eine figürliche Darstellung. Und damit ist jede Figur gemeint – ob Zwerge, Monster, Menschen, Feen, Dosen mit Gesichtern, Käfer … alles. Fast. Sobald die Darstellung photorealistisch wird, spricht man nicht mehr vom Character. Die Stile solcher Character zu zeichnen oder zu sprühen ist genauso weit gefächert, wie es Möglichkeiten gibt Comics zu zeichnen. Angefangen bei Strichmännchen über „flache“ Oldschoolcharacter (Stil aus dem Anfang des Graffiti) bis hin zu dreidimensional wirkenden Sprühkappen mit gefletschten Zähnen. Character sind oft Karikaturen ähnlich und stellen bestimmte Sachverhalte überspitzt dar – meist um den „Sinn“ eines Bildes zu verdeutlichen. Auch hier gibt es verschiedene Figurtypen, deren Prototypen bekannten Sprühern zugeordnet werden können (Can2, Mode2, Toast…)

Was ist Photorealismus

Diese aufwendige Technik bzw. dieses Können betitelt die photorealistische Darstellung von Objekten der realen Welt. Man kann sich leicht vorstellen, wie aufwendig und schwierig es ist, etwas mit Sprühdosen an die Wand zu bringen, was ein Grossteil der Bevölkerung nicht einmal mit dem Bleistift hinbekommen würde. Als einer der führenden Sprüher auf diesem Gebiet sei Tasso genannt.

 

Weitere Informationen zum Thema Graffiti lernen für Anfänger

  • Verzeichnis legaler Flächen